Wie das gemeinsame Kochen mit Kind zum Erlebnis wird – Interview mit „Mama, lass uns kochen“-Autorin Beate Schoberl

Faceless. Family hands prepare fresh vegetables salad on the table in the kitchen. Mother's hands cut vegetables with a knife. Healthy eating

Wie das gemeinsame Kochen mit Kind zum Erlebnis wird – Interview mit „Mama, lass uns kochen“-Autorin Beate Schoberl

(Bild: iStock, 1217965306/Lacheev)

In dem Kinderkochbuch „Mama, lass uns kochen“ präsentieren die 31-jährige Mutter Beate Schoberl und ihre fast 5-jährige Tochter Lena gemeinsam zubereitete Lieblingsrezepte. Anhand der Rezepte, die von traditioneller Küche bis hin zu neu interpretierten Favoriten reichen, wird gezeigt, wo Kinder bereits tatkräftig mithelfen können und so von klein auf für Selbstgekochtes zu begeistern sind. 

VT: Dein erstes Buch „Mama, lass uns kochen“ ist seit kurzem erhältlich. Wie bist du, als ausgebildete und in diesem Beruf tätige Krankenschwester, inspiriert worden, ein Kinderkochbuch zu schreiben? 

Die ursprüngliche Idee war, ein Erinnerungsalbum von Lenas Kochkünsten im Kleinkind- und Vorschulalter inklusive einiger Rezepte zu erstellen. Lenas Interesse, mir beim Kochen behilflich zu sein, wuchs stetig, sodass wir immer mehr gemeinsam zubereiteten und sie immer mehr Tätigkeiten beim Kochen selbstständig, natürlich unter meiner permanenten Aufsicht, übernehmen durfte – wobei ich ihre Fähigkeiten immer auf Bildern festhielt. Unser „Erinnerungsalbum“ nahm dann im letzten halben Jahr die Form eines Buches an, das wir zuerst nur für uns privat binden lassen wollten. Auf das Endprodukt waren wir schlussendlich aber so stolz, dass wir es nicht nur für uns behalten wollten und den Weg des Selbstverlages eingeschlagen haben.

Beate Schoberl und ihre Tochter Lena (©Beate Schoberl)

VT: Es gibt zwar viele Kochbücher mit Kindergerichten, aber kaum Kochbücher, wo Kinder auch tatkräftig mithelfen können und wo zudem beschrieben wird, was man den Kleinen bereits zutrauen kann. Warum ist es dir persönlich wichtig mit deiner Tochter Lena zu kochen und diese Erfahrungen nun an andere Mütter und Kinder weiterzugeben?

Mir ist wichtig zu erwähnen, dass es ein Kochbuch ist, das zum GEMEINSAMEN KOCHEN anregen soll. Es soll Mamas, Papas, Omas, Opas oder auch Urgroßeltern zeigen, dass Kochen für uns Eltern oder Großeltern kein lästiges oder mühsames Muss sein soll, sondern viel mehr zu einem gemeinsamen Hobby werden kann – im Sinne von Family Time ist Quality Time.

„Mama, lass uns kochen“ ist eine Sammlung unserer Lieblings-Familiengerichte – eine Mischung aus traditioneller Hausmannskost und auch eigenen, selbst kreierten Gerichten. Es handelt sich keinesfalls nur um Kindergerichte im klassischen Sinne.

Außerdem ist es mir als Mama wichtig, Lena einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln, ihr zu zeigen, woher diese kommen und wie diese entstehen. Aus diesem Grund ist Lena vom Erstellen des Wochen-Essensplans, über den Einkauf im Bauernladen oder beim Fleischer, bis hin zur Zubereitung an allen Schritten beteiligt.

Ein absoluter Pluspunkt, seine Kinder beim Kochen miteinzubeziehen und selbst aktiv werden zu lassen, ist außerdem, dass selbst zubereitetes Essen gleich viel besser schmeckt – so kann z.B. auch Brokkoli zu einer Lieblingsspeise werden 😉

VT: Deine Tochter wird bald fünf Jahre alt. Wie lange kocht ihr schon gemeinsam und welche Tätigkeiten übernimmt sie bei den Rezepten? 

Lena hat mit knapp 2 Jahren begonnen, mir beim Kochen zu helfen. Anfangs durfte sie für jede Mahlzeit den Salat zupfen und über die letzten zweieinhalb Jahre hinweg, übernahm sie immer „schwierigere Tätigkeiten“ – mittlerweile klopft und paniert sie Schnitzerl, formt Faschierte Laibchen, schneidet Gemüse, rührt Saucen um oder füllt und rollt Rindsrouladen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. 

VT: Wo gehobelt wird, fallen ja bekanntlich auch Späne. Wie reagierst du als Mutter, wenn mal etwas daneben geht? Und, gibt es ein „Hoppala“ aus eurer Küche, das ihr gerne erzählen würdet? 

„Hoppalas“ können immer passieren, die gehören zum Lernprozess auch einfach dazu. Nicht erst einmal ist Lena z.B. das Salz „ausgekommen” und die Bolognese Sauce war schrecklich versalzen – wir können über solche „Patzer“ aber ganz gut lachen und meistens kann man die Speisen ohnehin retten – auch hierfür kennt Lena schon ein paar Tricks. Und sollte es mal gar nicht funktionieren, verkaufen wir’s dem Papa einfach als „das muss so schmecken“ 😉

VT: Du bist selbst als Krankenschwester im Palliativbereich berufstätig. Kochst du trotzdem jeden Tag selbst? Und wie schaffst du es, genug Zeit zu finden, gemeinsam mit deinem Kind zu kochen? 

Ich habe das Glück in Elternteilzeit zu arbeiten und somit genug Zeit für Lena zu haben. Generell ist es mir als Mama wichtig, den Großteil der Woche selbst für meine Tochter da sein zu können. Ja, wir kochen jeden Tag selbst, was aber nicht ausschließt, dass wir hin und wieder auch einmal eine Pizza bestellen.

Kochen ist unser gemeinsames Hobby. Es bedeutet für mich nicht, Zeit dafür finden zu müssen. Wir genießen die gemeinsame Zeit in der Küche und können uns dabei auch gut unterhalten. Lena erzählt mir zum Beispiel ausführlich wie ihr Tag im Kindergarten war. Außerdem erfüllt es mein Mama-Herz mit Stolz und Freude, zu sehen, wie selbstständig unsere Tochter bereits ist, was sie sich mittlerweile alles zutraut und wie stolz sie ist, im Anschluss von uns zu hören, wie lecker es geschmeckt hat.

VT: Dass Mütter ihren Töchtern beibringen, wie man kocht, ist viele Generationen lang traditionell verankert gewesen. In der heutigen Zeit – durch mehr Stress, Fast Food, Mikrowelle und Take-away – geht diese Tradition immer mehr verloren, und damit auch viele leckere Familienrezepte. Wie hast du selbst Kochen gelernt und was hoffst du, dass sich Lena aus eurer gemeinsamen Kochzeit mitnimmt?

Die wirkliche Leidenschaft zum Kochen entdeckte ich erst mit der Geburt meiner Tochter und dem damit verbundenen Wunsch, sie gesund, frisch und selbst gekocht ernähren zu wollen. So habe ich mir im Laufe der Jahre die meisten meiner „Kochkünste“ selbst angeeignet und lerne nach wie vor jeden Tag Neues dazu. Manche Gerichte bekam ich aber natürlich von meiner Mama und auch von meiner Schwiegermama „beigebracht“. 

 VT: Das Buch zu gestalten hat euch beiden sichtlich Spaß bereitet. Wie geht es küchentechnisch nun weiter?

Das stimmt auf jeden Fall – es hat uns so viel Spaß gemacht, dass es bestimmt weitere Bücher geben wird. Eventuell veröffentlichen wir noch heuer „Mama, lass uns backen – Süßes und Herzhaftes für jeden Anlass“.

Als Bonus exklusiv für unsere Leser: Ein Rezeptbeispiel aus dem Buch „Mama, lass uns kochen“ als kleiner Vorgeschmack.

Link zum Buch: https://www.mymorawa.com/self-publishing/gestaltung/publizieren/?books%2FID57695%2FMama-lass-uns-kochen&fbclid=IwAR1r2pIs2Rq-BYCatc-pW-3IiBS4YGV2tbekx_4Z2gzO4g2Qkx_1Um-M5uM

Zudem steht es in 6 Morawa Filialen österreichweit in den Regalen, beispielsweise in Graz und Wien und ist online über Weltbild, Thalia, Morawa, Amazon sowie weitere Buchhandlungen und Onlineshops erhältlich.

VT: Vielen Dank für das Interview im Namen des Nspirement Redaktionsteams. 

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