Unser Ostergeschenk an die Jüngsten: Die Geschichte vom kleinen Osterhasen

Hidden easter rabbit in a green meadow isolated on white background.

Unser Ostergeschenk an die Jüngsten: Die Geschichte vom kleinen Osterhasen

(Bild: iStock)

Die Sonne ging auf, der Himmel wurde langsam heller, auf der weiten Hügellandschaft hingen glitzernde Tautropfen an den bunten Blumen. Im satten Grün verteilten sich die roten Tulpen, der gelbe Löwenzahn, der violette Klee und die weißen Gänseblümchen. Aufgeweckt sangen die Vögel in den Bäumen und Sträuchern.

Familie Hoppel stand früh auf, ihr Sohn Sebastian wird seinen Papa an diesem Ostersonntag begleiten. Aufgeregt läuft er durch das hohe Gras, springt hoch in die Luft und versucht sich alles ganz genau zu merken. „Papa, wo bleibst du? Wir kommen zu spät! Schau, die Sonne schaut schon über den Hügel!“ Sebastian steckte seinen Kopf in den Hasenbau, um seinen Papa zu holen, denn er konnte es kaum erwarten.

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Als bereits alter Hase, ließ sich Papa von seinem kleinen Märzhäschen nicht aus der Ruhe bringen. Papa Hase umarmte Mama Hase. „Wir werde bald zurück sein. Danke für die vielen schönen Farben. Dieses Jahr hast du dich beim Bemalen der Eier besonders bemüht.“

Glücklich über das Lob, schob sie den alten Osterhasen in Richtung Tür. „Ihr müsst los! Bis später, meine Lieben.“ Sie winkte ihren süßen Jungs zum Abschied. „Viel Spaß!“

Ganz flott liefen die beiden über das weite Feld zum ersten Haus. Der alte Mann bekam jedes Jahr Besuch von seinen Enkelkindern. Papa Hase ging schnurstracks zum ersten Versteck und zeigte Sebastian die fertig vorbereiteten Nester. „Jetzt pass gut auf mein Sohn! Unsere Aufgabe ist es, diese Eier und Körbchen im Garten zu verstecken.“ Vorsichtig bekam Sebastian zwei rote Eier. „Sieh genau zu, du darfst sie nicht zu gut verstecken, sonst finden die Kinder ihre Leckereien nicht. Das wäre schade.“ Daraufhin verteilte der Osterhase geübt seine Gaben.

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Sebastian suchte eine perfekte Stelle – und fand sie. Liebevoll lehnte er die roten Eier an die hellvioletten Blümchen, die neben dem Gemüsebeet wuchsen. Zufrieden damit blickte er sich um. Sein Papa huschte quer über den Rasen und nutzte jeden Winkel im Garten. Ein Nest voller Schokolade legte er auf einen Holzstamm, der beim alten Schuppen lag.

Ihr Werk vollbracht, liefen sie weiter zum nächsten Haus. Wieder fanden sie ein vorbereitetes Versteck voller Eier und Süßigkeiten vor. Diesmal packte Sebastian kräftig mit an. Er zog ein großes Nest mit aller Kraft bis zur Schaukel, die in der Mitte des Gartens stand und hob es hoch auf den Sitz. Flink, wie sein Papa, verteilte auch er viele bunte Eier. Nach getaner Arbeit blickten beide kurz zurück. Alles passte und so liefen sie schnell weiter.

Im nächsten Garten angekommen fand Sebastian nur Eier im Versteck vorbereitet. „Papa! Hier fehlt die Schokolade! Was machen wir jetzt?“ Beruhigend streichelte Papa Hase seinen kleinen Nachwuchs-Osterhasen: „Hier fehlt gar nichts. Die alte Dame, die hier lebt, bekommt ein ganz besonderes Geschenk.“ Mit ganz vielen Eiern in den Vorderpfoten betraten sie den Garten. „Da die Dame wenig Platz hat und zu alt ist, verteilen wir die bunten Eier quer über den ganzen Rasen. Dann sieht es aus, wie die Blumenwiese vor unserem Zuhause.“

Staunend machte er es seinem Papa gleich und verteilte die Eier wild über die ganze Fläche. Sebastian blickte staunend zurück. Es sah tatsächlich der bunten Blumenwiese ähnlich.

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Ganz viele Häuser belieferten sie mit bunten Eiern, süßen Nestern und allerlei Kleinigkeiten. Am Ende dieses Morgens hoppelten Vater und Sohn zur alten Eiche am Waldrand. Im kühlen Schatten machten sie Rast. Von dort aus überblickte Sebastian ein paar Gärten in denen sie zuvor waren. Die ersten Kinder begannen mit der Suche.

Während sie zusahen, löcherte er neugierig seinen Papa mit Fragen. „Wer macht eigentlich die anderen Häuser?“ Auf der anderen Seite des Hügels befanden sich ebenfalls Häuser mit unterschiedlichen Gärten. Der alte Osterhase antwortete Sebastian: „Als Osterhase arbeitet man nicht alleine. Viele Familien beteiligen sich an diesem Fest. Wir arbeiten zusammen, sodass alle Menschen sich daran erfreuen können. In den Städten helfen sogar die Tauben mit, damit sie hoch in die Wohnungen der Menschen gelangen.“ Ausschweifend zeigte Papa Hase in den Himmel. „Das soll sehr abenteuerlich sein!“

„Woher kommen eigentlich die bunten Eier?“ Sebastian setzte sich zu seinem Papa. „So viele hat Mama gar nicht bemalt.“ An etwas Klee kauend wusste Papa auch darauf eine Antwort. „Mamas Freundin, die Henne Monika, sorgt mit ihren Hühnerkolleginnen dafür, dass der Bauer nicht alle Eier bekommt. Einige verstecken sie hinterm Stall, wo wir sie abholen. Manchmal helfen uns auch die erwachsenen Menschen, sie bemalen mit ihren Kindern die Eier und wir verstecken sie.“ 

„Warum machen wir das eigentlich?“ Überrascht verschluckte sich Papa Hase beinahe am Klee. „Also, ähm, das ist eine lange Geschichte, doch ich werde mich kurz fassen.“ Stolz stellte sich Papa Hase auf. „Genau heute an Ostern, feiern die Menschen das Frühlingsfest. Sie begrüßen das neue Leben und da sind wir Hasen und Hühner ganz vorne dabei! Auch die Bäume werden wieder grün und überall blühen bunte Blüten. Das macht den Frühling ganz besonders.“

Sich die weiteren Details aufsparend wechselte der alte Osterhase das Thema. „Junge,“ sagte er stolz, „du warst heute hervorragend! Möchtest du nächstes Jahr wieder ein Osterhase sein?“

Überglücklich und voller Energie sprang Sebastian so hoch und so weit er konnte, dabei rief er laut: „Ja Papa, ich will, ich will!“ Gemeinsam hoppelten die beiden Osterhasen Seite an Seite zurück zum Hasenbau, wo Mama Hase bereits mit frischem Salat und jungen Möhren auf ihre flinken Helden des Osterfestes wartete.

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Frohe Ostern!

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